Schützenverein | Geschichte
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Geschichte

Aus der Geschichte des Schützenvereins

St. Hubertus Oberlangen e.V.

In einer Urkunde aus dem Jahre 1834 wird erwähnt, dass das Vogelschießen in Oberlangen hergebracht, also von alters her üblich ist. Genaue Daten über den Anfang des Schützenvereins liegen nicht vor.

 

Leider sind auch in den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges sämtliche Aufzeichnungen und Unterlagen über die wechselvolle Geschichte des Schützenvereins verloren gegangen bzw. vernichtet worden. Buchstäblich aus dem Nichts musste nach dem letzten Krieg die Vereinsarbeit wieder aufgebaut werden.

 

Es wird berichtet, dass um die Jahrhundertwende bereits ein Jubiläumsschützenfest gefeiert worden ist. Da jedoch der Schützenverein nach dem zweiten Weltkrieg den Anschluß an den deutschen Schützenbund verpaßt hatte, wurde der Schützenverein nach 1934 in einen Kriegerverein umgewandelt. Das letzte Schützenfest vor dem zweiten Weltkrieg wurde 1934 gefeiert. Der Schützenkönig war damals Bernhard Jönen, der sich Frl. Thekla Hebbelmann als Königin erkoren hatte.

 

Es ist schade, dass aus der Zeit des früheren Bestehens keinerlei Aufzeichnungen, Plaketten usw. erhalten sind, die uns Kunde geben können von den Vereinsgeschehen der Vergangenheit und uns berichten von der langen Reihe der Könige und Königinnen.

 

Der zweite Weltkrieg von 1939 bis 1945 der unser Vaterland in den Abgrund brachte, hat auch jedes Vereinsleben zerstört, so dass im Jahre 1945 auch im Dorfe Oberlangen jedes Vereinsleben total daniederlag.

 

Die noch vorhandenen Gewehre des Schützenvereins mussten bei Kriegsende, mit allen im Dorfe vorhandenen Schußwaffen an die Besatzungsmacht ausgeliefert werden.

 

Wiedererstehen des Schützenvereins St. Hubertus Oberlangen e.V. im Jahre 1950

 

Schon in den Jahren 1948-49, als nach der Währungsreform wieder einigermaßen Ruhe und Ordnung einzogen, gingen viele Orte unseres Kreises daran, die alte Schützentradition wieder aufleben zu lassen.

 

Im Jahre 1950 fanden sich auch in Oberlangen interessierte Männer zusammen, die die Wiederbegründung des Schützenvereins vorwärtstrieben.

 

Am 18. Mai 1950 fand im Gemeindehaus Oberlangen eine Versammlung aller interessierten Gemeindemitglieder statt, in der die Neugründung des Schützenvereins beschlossen wurde.

 

Bei der Neuwahl des Vorstandes wählte man den damaligen Bürgermeister Heinrich Albers zum Vorsitzenden.

 

Wilhelm Behnen zum Kassierer und Lehrer Unland zum Schriftführer.

 

In den Offiziercorps wurden gewählt :
Heinrich Suntrup als Oberst
Gerhard Konen als Hauptmann
Hans Dürken als Adjudant

 

Zum Ehrenoberst wurde Heinrich Schulte ernannt.

 

Das erste Schützenfest nach dem Kriege wurde am 05.06.1950 im Gemeindehaus Oberlangen gefeiert.

 

Als Schießstand wurde der Platz zwischen Gemeindehaus und Stevens Garten benutzt. Aufgrund einer Verfügung der Besatzungsmacht durfte in diesem Jahr nur mit Luftgewehre geschossen werden. Der Schießstand wurde daher auch nur provisorisch hergerichtet. Als Kugelfang dienten Strohballen, die ausreichend Sicherheit boten.

 

1953 wurde die Genehmigung erteilt, wieder mit Kleinkalibergewehren zu schießen. Dieses veranlaßte den Schützenverein, einen massiven Schießstand auf Jänen Hof auszubauen. Dieser Schießstand musste von der Polizei abgenommen werden. Wurden von der Polizei noch Sicherheitsmängel festgestellt, so wurden diese Mängel sehr oft durch ausgiebigen Alkoholausschank beseitigt. (Däi Schändarm mot de Büchse full häbben, dänn dü wi upt Schützenfest uk schäiten.)

 

In einer Schützenvereinsversammlung am 15.02.1953 wurde ebenfalls beschlossen, ein neues Kriegerdenkmal für die Gefallenen des zweiten Weltrkrieges zu errichten. Der Oberst Heinrich Suntrup legte einen Planentwurf vor, wobei das alte Kriegerdenkmal Wiederverwendung finden sollte, mit zusätzlichen Tafeln mit den Namen der Gefallenen und Vermißten des zweiten Weltkrieges.

 

Für das neue Kriegerdenkmal stellte die Gemeinde Oberlangen ein Grundstück in der Dorfmitte kostenlos zur Verfügung. Die finanziellen Mittel wurden zum größten Teil durch Haussammlungen aufgebracht, die von Mitgliedern des Schützenvereins durchgeführt wurden.

 

Im Jahre 1955 konnte dann endgültig mit dem Bau des Kriegerdenkmals begonnen werden, das dann am Totensonntag 1955 unter Teilnahme der Schützenbrüder des Schützenvereins Oberlangen und Niederlangen feierlich Eingeweiht werden konnte. Nach der feierlichen Einweihung durch Pfarrer Nyenhuis, übergab der Oberst Heinrich Suntrup dem Schützenverein das Denkmal mit der Verpflichtung für alle Zeiten, das so schöne Werk pflegen und zu hüten als Mahnung zum Frieden für die kommenden Generationen.

 

Bis zum Jahre 1959 wurde weiterhin nur 1 Tag im Gemeindehaus Schützenfest gefeiert. Im Jahr 1958 wurde der Beschluß gefaßt, eine neue Schützenfahne anzuschaffen. Oberst Suntrup legte einen Entwurf vor, der allgemeine Zustimmung fand. Im Jahre 1959 wurde dann aus Anlaß der Fahnenweihe erstmalig am 14. Und 15. Juni 2 Tage Schützenfest gefeiert. Ein großes Festzelt wurde auf Jänen Hof aufgestellt, um die großen Besucherscharen und die Abordnungen der Nachbarvereine unterbringen zu können. Dieses Fahnenweihfest war für die ganze Gemeinde ein wahres Volksfest. 1960 wurde der Beschluß gefaßt, wieder 2 Tage Schützenfest zu feiern. Das Schützenfest sollte aber wie früher außerhalb der Ortschaft beim alten Schießstand gefeiert werden. Das Gelände des alten Schießstandes wurde einplaniert und eine nach damaligen Erkenntnissen moderne Schießanalge gebaut. Die Schießanlage erhielt eine massive Deckung mit Kugelfang, damit die Sicherheit voll gewährleistet war.

 

Als Zeltplatz stellte Hermann Winkel seine Hofweide zur Verfügung, so dass Zeltplatz und Schießstand nahe zusammen lagen. Hier ist zu erwähnen, dass auf dem jetzigen Schießstandgelände auch vor dem Kriege die Schießübungen und Preisschießen stattgefunden haben.

 

Nur die Sicherheitsvorkehrungen waren nach überlieferten Berichten noch sehr mangelhaft.

 

Es waren einfach Plaggen vor Holzbalken aufgestapelt, dahinter befand sich der Anzeiger, der nach jedem Schuß die Deckung verlassen musste, um die geschossene Ringzahl anzuzeigen. Als Kugelfang diente ein einfacher Sandwall.

 

Auch zu Beginn des zweiten Weltkrieges wurde dieser Schießstand von den hier Stationierten Soldaten zu Schießübungen benutzt. Geschossen wurde mit Karabinermunition. Ältere Mitglieder wissen noch zu berichten, dass auch vor dem Kriege bei öffentlichen Preisschießen strenge Sicherheitsvorkehrungen gefordert wurden.

 

Nach einem tragischen Unglücksfall im Jahre 1833 wurden 2 Schützenbürder des Bürgerschützenvereins Lathen beim Vogelschießen tödlich verletzt. Daraufhin wurden auch in den Nachbarorten von Lathen beim Vogelschießen Strengere Maßstäbe angelegt. Es wurden verständige Leute, die mit Gewehren umgehen konnten, mit der Aufsicht betraut. Diese Aufsichtspersonen mussten die Gewehre auf Tauglichkeit und Sicherheit überprüfen. Sie mussten das Laden der Gewehre besorgen und darauf achten, dass das Abschießen in gehöriger Ordnung geschah. Sie waren sogar für Unglücksfälle verantwortlich, die wegen Nichtbeachtung der Sicherheitsvorschriften entstanden.

 

Ältere Mitglieder wissen auch noch zu berichten, dass in den zwanziger Jahren bei den Preisschießen sachkundige Personen mit Gewehren aus Lingen anreisen mussten, die auch Munition mitbrachten und das Schießen von Anfang bis Ende überwachten, damit Unfälle vermieden wurden.

 

Aus alten Unterlagen geht hervor, dass in Oberlangen 1834 das Vogelschießen (und damit das Schützenfest) hergebracht ist. Die alten Schützenorganisationen hatten einen mehr oder weniger militärischen Charakter. In Kriegszeiten galt es die Heimat zu verteidigen. Im Frieden rückten Wachdienst, Schießübungen und Schießspiele in den hiermit verbundenen Festen in den Vordergrund.

 

Auch in früheren Zeiten war der Höhepunkt aller Schießveranstalungen das Alljährliche Vogelschießen um die Königswürde. So waren schon bald die Schützenfeste aus dem damaligen Volksleben nicht mehr wegzudenken.

 

Wer sich mit der Vergangenheitsgeschichte der Schützengesellschaften und Schützenbruderschaften befaßt, muß zu der Erkenntnis gelangen, dass der Name Schützen nicht im Zusammenhang steht mit dem Wort Schießen, sondern dass die Schützengemeinschaften sich als Schutzgemeinschaften betrachteten.

 

Vor dem Kriege, als auch das jetzige Gelände als Schießstand diente, wurde Schützenfest auf Behnen Hof gefeiert.

 

Zum Tanzen wurde ein Tanzboden unter freiem Himmel verlegt. Die Bewirtung der Schützenmitglieder und der Gäste erfolgte in Ameln Scheune oder unter freiem Himmel. Ameln Scheune stand auf dem Grundstück des ehemaligen Molkereiarbeiters Heinrich Ameln, an der Grundstücksgrenze Behnen, heute Andrees.

 

Da die Tanzfläche nur eine geringe Größe von etwa 100 qm hatte, durfte jedes Paar nur eine, wurde dann mit einem dicken Tau (Strick) von der Tanzfläche abgedrängt, musste um die Tanzfläche herumgehen und durfte dann die nächste Runde tanzen.

 

Auch vor dem Kriege wurde das Schützenfest grundsätzlich nur an einem Werktag gefeiert. Am Vorabend versammelte man sich, um den Tanzboden zu verlegen und die weiteren, erforderlichen Vorbereitungen zu treffen. Hierbei wurde nach überlieferten schon reichlich dem Alkohol zugesprochen.

 

Auch nach dem Schützenfesttag, wenn der Tanzboden abgebrochen werden musste, wurde anschließend der neue König aufgesucht. Dort gab es dann noch `n gauden Kluck un Fatt Beier. Nach Aussagen der ältesten Mitglieder soll manchmal der zweite Tag fröhlicher verlaufen sein wie der eigentliche Schützenfesttag.

 

Seit 1960 feiert nun der Schützenverein wieder ein zweitätigiges Schützenfest beim alten Schießstand. Als Zeltplatz stellte Hermann Winkel weiterhin seine Hofweide zur Verfügung. Im Jahre 1978 konnte durch Grundstücksaustausch neben dem Schießstand ein Zeltplatz erworben werden, der dem Schützenverein für die Schützenfeste zu Verfügung steht. Das Schützenfest findet nun alljährlich am Feste Christi Himmelfahrt und am darauffolgenden Tage statt.

 

1980 wurde der Schießstand nochmals umgebaut. Der Schützenverein verfügt seit dem über 4 KK-Stände und 1 Luftgewehrstand. Seit dem Jahr 1999 ist der Schützenverein im Besitz von 2 KK-Schießautomaten. Die Anzeige erfolgt auf einem PC-Bildschirm, und es besteht nun die Möglichkeit, den Schuß Milimeter genau auf dem Monitor anzuzeigen. Im Jahr 2001 soll wird ein Dritter Automat angeschafft.

 

Der Schützenverein St. Hubertus feiert am 1. Mai 2008 sein 175-jähriges Bestehen.

 

Schützenfest und Schützenball zählen zu den Höhepunkten der jährlichen Feste in Oberlangen. Der Schützenverein wird durch seine Veranstaltungen dazu beitragen, die echte Dorfgemeinschaft und heimatliches Brauchtum zu hegen und zu pflegen und bemüht bleiben, dass dieses Brauchtum auch für die kommenden Generationen erhalten bleibt.